Gonzo

09.06.2001
bis 14.12.2009
in Utzenbichl

 

 

Hallo geliebter Gonzo,

acht sehr schöne und unvergessliche Jahre haben wir zusammen verbracht. Wenn ich zurückdenke als wir Dich und Deinen Bruder Kermit als Babys geholt haben, kann ich gar nicht glauben, dass die Zeit so schnell verging. Ihr zwei seit immer viel zusammen gewesen und oft hat man einen von euch Tage nicht gesehen. Aber ihr seit immer gut nach Hause gekommen und solange es euch gut ging war das auch okay. Die ganze Gegend erkunden und sicher sehr viele Abenteuer erleben stand auf eurem Programm.

Ach Gonzo, du bist unser RIESIGER Schmusetiger und trotz Deiner Größe, die immer jeder bewunderte, bist du sehr sehr sanft. Du hast immer all Deine Liebe und Wärme gegeben und Dankbarkeit gezeigt, auch trotz Deiner schweren Krankheit.

Deine Krankheit überfiel uns vor einem Jahr, als du einen kleinen Knubbel an der Schulter hattest, binnen kürzester Zeit ist der so schnell gewachsen. Der Tierarzt sagte Fibrosarkom (bösartiger Krebs), wenn man operiert kommt er meist schnell wieder.

SCHOCK!!! Wir konnten Dich nicht gehen lassen, das wäre viel zu früh. Du standest mitten im Leben. Wir entschieden uns Dich operieren zu lassen. Der Tumor war hamstergroß, Deine Naht ca. 15 cm lang, doch du warst sehr sehr tapfer und bist samt Verband kurze Zeit nach der Operation auf Wanderschaft gegangen. Du warst uns sehr dankbar diesen lästigen Tumor auf deiner Schulter los zu sein. Operiert wurdest du im März und die Tierärztin sagte: "Vielleicht hat er noch einen schönen Sommer..."

Zusammen mit unserer Heilpraktikerin haben wir eine Krebstherapie gemacht. Nach ein paar Monaten spürten wir wieder zwei Beulen, die wir lange Zeit gut im Griff hatten. Du hast das Leben förmlich genossen und wir mit Dir!!! Jeden Abend das gleiche Ritual: Bei der Balkontüre am Schlafzimmer rein oder du hast am Fliegengitter ein Konzert gezupft, da unten unser Hund Boby war mit dem du ja eine Hassliebe hattest, weil du sein Gebell nicht mochtest, doch ein andermal wurde er wieder von Deinen Schmuseattacken bombardiert.

Wir haben jeden Abend auf der Couch gelegen und dann wurde erst ordentlich Milchgetreten und Megaschmusen war angesagt und die ganze Nacht im Bett gekuschelt. Du hast uns soviel Liebe und Wärme gegeben. Dann bist du wieder gegangen, kurzer Imbiss, dann ging's weiter mit Schmusen. Du hattest so schöne Eigenarten. Wenn's einem schlecht ging hast du soviel Wärme und Kraft gegeben.

Du hast Dein Leben sichtlich genossen und das bestätigte, dass die Operation keine falsche Entscheidung war. Doch die beiden Tumore wuchsen binnen kürzester Zeit enorm und man merkte, dass es Dir nicht mehr so gut ging, doch du hast aber noch soviel Lebensfreude ausgestrahlt. Die letzten zwei Wochen hast du Dich mehr und mehr zurückgezogen, wolltest nicht mehr rausgehen.

Dann wusste ich, jetzt müssen wir uns langsam mit dem Gedanken auseinandersetzten, doch ich habe mit Dir ausgemacht du gibst uns ein Zeichen, wenn du nicht mehr kannst.

Wir haben Dich weiterhin intensiv gepflegt, behandelt und mit allem was Dein Herz begehrt gefüttert und bekocht. Doch du hast wenig gefressen. Binnen zwei Tagen hat sich Deine Atmung sehr verschlechtert und ich musste Dir eklige Tabletten geben. Du warst so tapfer, denn Du hast so oft Medikamente, Globuli etc. gekriegt und hast es schon als selbstverständlich hingenommen.

Dann kam der Tag an dem du das Fressen komplett eingestellt hast und gezeigt hast, dass du starke Schmerzen hast. Für mich brach die Welt zusammen. Ich hatte so Angst vor dem Tag, wo wir die Entscheidung über Dein Leben oder Tod treffen sollen. Am nächsten Tag kam die Tierärztin. Dein Zustand hatte sich so rapide verschlechtert, dass du kaum einen Meter gehen konntest, es brach uns das Herz. Die Tierärztin kam zu uns nach Hause und wir konnten die ganze Zeit bis zum Ende bei Dir sein. Du bist friedlich eingeschlafen.

Ich hoffe, dass wir für Dich das Richtige gemacht haben, denn Du hast sehr gelitten und es wäre nicht fair gewesen Dich länger leiden zu lassen. Du warst so tapfer und die Tierärztin und alle haben gesagt, dass Du so eine sehr, sehr starke Kämpfernatur gewesen bist. So weit wie du es trotz dieser sehr schweren Krankheit geschafft hast ist beachtlich. Du warst was ganz Besonderes. UNSER GONZO. Du hattest soviel Lebenswillen. Wie sehr hätten wir Dir noch mehr Zeit gegönnt. Dein Bruder Kermit vermisst Dich auch, er ist so still, das ist man von ihm gar nicht gewöhnt. Wir trösten uns gegenseitig und dadurch, dass du in irgendeiner Weise ein inniges Verhältnis zu Deinem Bruder Kermit hattest, lebst du auch in ihm ein Stück weiter.

Du hast ein riesen Loch hinterlassen. Der Schmerz sitzt sehr tief, doch wir sind dankbar über jede Sekunde die wir mit Dir gehabt haben. Denn wir wissen Du bist immer bei uns. Wir haben ausgemacht du passt auf uns auf bis wir uns wieder haben, da wo uns keiner mehr trennen kann. Wenn wir in unser Herz schauen, können wir Dich sehen und Dir geht es gut.

Wir dürfen trotz des großen Schmerzes nicht vergessen, dass wir überwiegend schöne Zeit zusammen gehabt haben, die uns keiner nehmen kann. Wir danken Dir, dass wir hier auf Erden soviel schöne Zeit zusammen gehabt haben und wir werden uns bestimmt wieder sehen, da sind wir uns sicher.

Unser geliebter GONZO, du bist und bleibst einzigartig und in unseren Herzen immer lebendig. Man könnte ewig so weiter schreiben, besonders über die schönen Dinge, die wir mit Dir erleben durften. Doch dafür findet und braucht man gar keine Worte, so schön war das und wenn der Schmerz nachlässt versprechen wir Dir, dass der Gedanke an Dich nur noch ENDLOS schön ist. Denn so eine starke Liebe kann niemals durch den Tod getrennt werden.

Wir lieben Dich über alles für immer und ewig und werden Dich nie vergessen.

Martina, Martin und Dein Bruder Kermit

 

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