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Februar 1987 |
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Liebster Purzel, geliebtes Katerchen! Vor 19 Jahren war ich bei einer Arbeitskollegin zum Kaffee eingeladen und da habe ich dich zum ersten Mal gesehen. Es war ein Wurf von 4 roten Katerchen und einem getigerten Kätzchen. Ich hatte noch nie vorher eine Katze, ich bin mit Hunden aufgewachsen, aber die Kleinen waren so entzückend, dass ich beschloss, 2 davon zu mir zu nehmen. Du und deine Schwester Jeannie seid gleich zu mir gekommen, seid an meiner Jeans heraufgeklettert und habt es euch auf meinem Schoß bequem gemacht. Damit war natürlich klar, wer zu mir kommt! Ein wenig musste ich noch warten, ihr wart noch zu klein, aber Ostern 1987 war es dann soweit. Ihr habt mit großen Augen euer neues Heim erkundet und dann die Wohnung und mich in Besitz genommen. In meiner damaligen Naivität wollte ich Regeln für euch aufstellen, z.B. dass ihr nicht im Bett schlafen sollt, aber ihr habt mir noch am ersten Abend klar gemacht, dass es für euch keine Regeln gibt. Die geschlossene Tür zum Vorzimmer war der Grund für viele Diskussionen zwischen dir und mir, aber das war der einzige Punkt, wo ich hart geblieben bin. Jeannie war das egal, aber du hast dich oft lautstark beschwert. Als das nichts genützt hat, hast du halt immer sämtliche Schranktüren aufgemacht, du wolltest mir zeigen, dass du geschlossene Türen nicht duldest. Du warst überhaupt der Herr im Haus! Wenn Besuch gekommen ist, hast du alle begrüßt, kam ein Handwerker hast du die diversen Koffer inspiziert, es hätte ja was Interessantes darin sein können. Jeannie hat sich meist verkrochen, manche Leute wussten gar nicht, dass ich 2 Katzen habe, denn zu sehen warst immer nur du. 1995 sind wir dann umgezogen, zuerst war es natürlich Stress für euch, aber dann habt ihr es genossen, viel mehr Platz zu haben. Auch da hast du deinen Kampf gegen geschlossene Türen weitergeführt, du hattest inzwischen gelernt, JEDE Tür aufzubekommen, also musste wir an der einzigen Tür, die geschlossen bleiben musste, einen runden Türknauf montieren. |
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| 1996 war ich wieder bei einer Freundin eingeladen (es hatte sich in meinem Freundeskreis herumgesprochen, dass ich bei Katzen schwach werde), und das Ergebnis war Sheila. Du hast die Kleine gleich akzeptiert, hast mit ihr gespielt, getobt und gekuschelt. Jeannie hat die Kleine anfangs nur angefaucht, aber mit der Zeit hat sie sich mit dem Zuwachs abgefunden, vom tollen Duo zum tollen Trio! Am 22. Oktober 2003 ist Jeannie im Flur gelegen und konnte nicht mehr aufstehen, du warst neben ihr. Ich habe sie auf den Arm genommen und wollte gerade den Korb holen um sie zum TA zu bringen, da ist sie mit einem letzten kurzen Schnurren in meinem Arm eingeschlafen. Ich habe mich mit ihr hingesetzt und du bist gekommen und hast sie noch ein letztes Mal geputzt. Nach diesem Tag hast du dich langsam verändert! |
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Die Türen der Schränke blieben immer öfter geschlossen, dein Lieblingsplatz oben auf dem
Garderobenschrank (niemand sonst war je dort oben), wo du immer die Morgensonne genossen hast, blieb immer öfter leer, deine
"närrischen 5 Minuten", wo du wie wild durchs Haus getobt bist, wurden immer seltener. Meist hast du mit Sheila in eurem
Lieblingssessel oder im Bett geschlafen, aber die Kühlschranktür hat dich immer noch angelockt, und wenn wir uns zum Essen
hingesetzt haben, hat ein rotes Pfötchen immer noch versucht, etwas vom Teller zu ergattern. Nach Jeannies Tod konnten wir
dir einfach nichts mehr verbieten! Auch unser Schlafengehritual (Herrchen vermisst es schrecklich) wurde immer getreulich
eingehalten.
Dann kam der schreckliche 18. Juli! Morgens um 5 Uhr hat dein Herrchen dich im Flur liegen sehen, du hattest den Kopf zum Rücken gedreht und konntest nicht mehr laufen. Sheila ist neben dir gelegen. Wir haben dich erst mal auf deinen Sessel gebettet und abwechselnd die Vorbereitungen getroffen um dich zum TA zu bringen. Ich habe die Anzeichen eines Schlaganfalls wohl erkannt, aber eine verzweifelte Hoffnung war immer noch da! Aber auch der TA meinte, wir könnten dir nur mehr über die Regenbogenbrücke helfen. Es war so unendlich schwer, aber nach Jeannies Tod hatte ich dir versprochen, dich nie leiden zu lassen, also haben wir zugestimmt. Du bist dann ganz friedlich eingeschlafen, gestreichelt bis zum letzten Moment. Mein Purzelchen, wir hatten 19 schöne Jahre, du warst immer gesund und munter und auf deinem letzten Weg warst du keine Sekunde allein! Das sollte vielleicht ein Trost sein, aber auch jetzt, 4 Wochen danach kann mich nichts trösten, es ist eine furchtbare Leere ohne dich! |
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Dein Grab im Garten unter dem Flieder besuche ich sehr oft und im Haus
brennt Tag und Nacht eine Kerze für dich. Auch Sheila sucht dich überall, bis heute ist sie nicht mehr auf eurem Lieblingssessel
gelegen. Dort, wo du jetzt bist hat Jeannie sicher schon auf dich gewartet, grüße sie von mir!
Ihr werdet nie vergessen und immer in unseren Herzen bleiben! Margit und Franz |