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Mai 1995 |
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Mein geliebter Timmi, vor genau zwei Wochen bist du über die Regenbogenbrücke gegangen. Fünf Tage vorher wurdest du operiert. Den Tag zuvor hatte ich dich in die Tierklinik gebracht und ich kann mich noch genau daran erinnern, wie du gekämpft hast, um nicht in die Transportbox gehen zu müssen, obwohl du davor doch so häufig darin geschlafen hast. Vielleicht hast du schon etwas geahnt. Vielleicht wusstest du, dass du nie wieder nach Hause kommen würdest. |
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Ich hab mir solche Sorgen gemacht, weil ich dachte, dass du die OP schon gar nicht mehr überstehst. Du warst so dünn geworden, kleines Käterchen! Nur noch 3,2 Kilo hast du auf die Waage gebracht. Und du warst du dehydriert, dass du erstmal an den Tropf gekommen bist. Abends kam dann die Nachricht, dass du die OP gut überstanden hast. Ich war immer emotional hin- und hergerissen, weil das ungute Gefühl, was ich hatte, nicht gehen wollte. Aber ich dachte mir, dass es zumindest schon mal ein gutes Zeichen ist, dass du überhaupt wieder aufgewacht bist. Wer weiß, vielleicht wäre es für dich besser gewesen, es wäre nicht so gekommen und du wärst während der OP gestorben. |
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Aus meiner egoistischen Sicht war es natürlich gut so, denn so hatten Justus und ich am Sonntag noch mal die Möglichkeit, dich zu besuchen – für Justus das letzte Mal, dass er dich gesehen hat. Und ich konnte dich am Dienstag so noch mal sehen und ein bisschen mit dir kuscheln und dich bis zur letzten Sekunde begleiten. Es hat mir das Herz zerrissen, als ich mit ansehen musste, dass die Ärztin keine Vene gefunden hat, weil du schon so zerstochen warst. Du hast dich nicht mehr gewehrt, hast alles über dich ergehen lassen. Ich hoffe so sehr, dass du keine Schmerzen hattest!! Deshalb mache ich mir immer noch Vorwürfe. Ich hoffe, du kannst mir verzeihen. Ich liebe dich über alles und wollte zu jedem Zeitpunkt nur das allerbeste für dich. Ich hoffe, du weißt das. Zwischenzeitlich musste ich dann wirklich rausgehen, weil ich es nicht mehr mit ansehen konnte. |
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Dann lagst du ganz friedlich leise schnurrend auf dem Tisch und hast mich angesehen. Ich wusste, dass es keine Hoffnung mehr für dich gab, aber ich wollte dich auch noch nicht gehen lassen. Wir hatten doch eine so schöne Zeit miteinander – die konnte doch noch nicht vorbei sein! Trotzdem habe ich versucht, in deinem Interesse zu handeln und ich von deinen Schmerzen und deinem Leid zu erlösen. Die Alternative wäre eine Magensonde gewesen, die man dir hätte legen können. Dazu wäre eine weitere OP nötig gewesen und ich war mir sicher, dass du dazu keine Kraft mehr hast. |
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Und so habe ich dich bis zum Schluss gestreichelt und mit dir gesprochen, in der Hoffnung, dir deine Ängste zu nehmen und dir ein letztes Mal das Gefühl zu geben, geliebt zu werden und gut aufgehoben zu sein. Dann kam die Spritze und innerhalb von Sekunden wurden deine Pupillen ganz groß - du warst schon auf dem Weg zur Regenbogenbrücke. Wir vermissen dich so sehr! Zuhause ist es so still ohne dich!! Es ist niemand mehr da, der Socken apportiert und dabei maunzt, niemand, der laut plaudernd durch die Wohnung läuft, niemand da, der alles Neue sofort untersucht und seine kleine Fellnase überall reinsteckt. Niemand, der kleine Bällchen durch die Wohnung wirft und dann mit quietschenden Pfoten wie wild hinterher rast – oder in die ganz andere Richtung, je nach dem… |
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Du warst ein ganz einzigartiger Kater, kleiner Herr Timmi und wir werden dich niemals vergessen! Die einzige Hoffnung, die bleibt, ist, dass wir uns irgendwann wieder sehen und wieder miteinander kuscheln und spielen können. Mama Nicola & Papa Justus |