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07.07.2005 |
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Meine Schwester hatte sich schon immer
eine Katze gewünscht. Nachdem sie mit uns im November 2004 in ein
Haus mit großem Garten gezogen war, sprach eigentlich nichts
dagegen, dass sie eine Katze bekam. Ich hingegen hatte mit Katzen
gar nichts am Hut. Ich arbeitete viel und musste beruflich oft
auswärts übernachten, was ca. 1/2 Jahr nach dem Einzug im Haus zu
einem Burn-Out-Syndrom führte. Meine Schwester sagte eines Tages,
sie habe auf der Internetseite des Tierheim eine Katze gefunden, die
sie gerne zu sich holen würde. Heidi hieße sie. Sie nahm mich mit
zum Tierheim und noch bevor die Tür des Katzengehege hinter uns
geschlossen wurde, sprang mir Heidi, alle ihre Mitbewohner
ignorierend, auf die Schulter und krallte sich fest. Hatte sie auf
dem Foto ganz toll ausgesehen, so war die Realität eine andere. Ihr
Schwanz war fast nackt, die Ohren ebenfalls. Auch am Körper waren
kahle Stellen anstelle von Fell zu sehen. Ich sagte: "Die nehmen wir
mit nach Hause." Meine Schwester schaute mich mit großen Augen an:
"Sicher???" "Die oder keine.", antwortete ich.
So, liebe Maxi, kamst du zu uns. Wir wussten nicht einmal wie alt du damals warst und dein Name hat uns gar nicht gefallen, sodass wir dir den Namen Maxi gaben. Und von der 1. Minute an warst du meine Katze. Vollkommen ungeplant. Viele Stunden lagen wir gemeinsam auf dem Sofa. Du auf meinem Bauch, meine Hand auf deinem Rücken. Aber anstatt wie sonst wegen meines "Burn Out" Löcher in die Zimmerdecke zu starren, lauschte ich nun deinem Schnurren und genoss deine Wärme. Du hast mir ein unendlich gutes Gefühl gegeben. Mit der Zeit ging es mir immer besser und dir wohl auch, denn dein Fell war überall nachgewachsen, du warst wunderschön anzusehen und bist mir nicht mehr von der Seite gewichen. |
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| Aber du bist wohl nie so ganz gesund gewesen. Eine Atemwegerkrankung quälte dich. Alle paar Wochen bekamst du einen Husten, der mir jedes Mal das Herz zerriss. Wir fuhren dann zum Tierarzt und du bekamst Kortison, was uns wieder 4-6 Wochen Ruhe verschaffte. Durch das Kortison wurdest du zuckerkrank und ich musste dir morgens und abends eine Insulinspritze geben. Wie habe ich gelitten, wenn ich dir die Nadel in die Haut drücken musste. Nach ein paar Wochen war der Zucker auf wundersame Weise verschwunden und ich erfuhr, dass so etwas bei Katzen möglich sei. Wie glücklich mich das gemacht hat. |
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Um dem Risiko, das du erneut daran erkrankst aus dem Weg zu gehen, bekamst du kein Kortison mehr. Dafür aber Antibiotika. Anders als zuvor mussten wir für das Antibiotika 2x innerhalb von 4 Tagen zum Tierarzt. Du bekamst es immer am 1. Tag und dann 3 Tage später noch mal. Vor ein paar Monaten fühlte ich plötzlich kleine Knötchen in deinem Bauch. Deine Tierärztin sagte, das seien Mammakarzinome. Sie wären inoperabel, aber du könntest damit noch viele Jahre schmerzfrei leben. Bei jedem TA-Besuch wurdest du abgetastet und immer war alles im grünen Bereich. Nicht jedoch beim letzten mal. Mir war aufgefallen, das die Karzinome größer geworden waren. Als du am letzten Wochenende wieder deinen Husten bekamst und wir am Montag morgen für die übliche Spritze beim TA waren, bestätigte sie mir das. Meinte aber, sie seien gut beweglich und es wäre noch okay. Aber du hast nur noch 2,5kg gewogen. Du wolltest nicht mehr so richtig fressen, egal welches Futter ich dir gab. Du hast dich verkrochen, draußen unter den Bäumen, wo du sonst immer so gerne gelegen hast, wenn schönes Wetter war. Aber es war kein schönes Wetter! Und dein Fell stand immer ein bisschen zu Berge. Das alles erzählte ich der Ärztin, als wir am Donnerstag für die obligatorische 2. Hustenspritze bei ihr waren. |
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Am Abend zuvor hatte ich mit meinen beiden besten Freundinnen über das Thema "was wäre wenn" gesprochen. Hatte aber nicht einen einzigen Gedanken daran verschwendet, dass es am nächsten Tag schon soweit sein könnte. Im Gegenteil. So oft war ich in den letzten 4 Jahren zum TA gefahren mit dem unerträglichen Gedanken, dass ich dich vielleicht nicht mehr lebend würde mit nach Hause nehmen können. Aber dieses mal nicht. Keine Sekunde habe ich daran gedacht. Nicht eine Sekunde. Die Ärztin hatte eine Vermutung und schickte mich ins Wartezimmer, damit sie dich röntgen konnte. |
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Ich saß im Wartezimmer unter vielen
Menschen mit ihren Tieren und fühlte mich doch ganz alleine. Mein
Kopf war so leer. Als ich wieder ins Sprechzimmer gerufen wurde und
die Röntgenbilder sah, war es irgendwie klar. Selbst ein Laie wie
ich konnte erkennen, dass die Karzinome metastasiert waren. Das
bedeutete Schmerzen für dich. Ich sah die Ärztin an, sie schüttelte
den Kopf und sagt, es könne nie mehr besser werden. Nur schlimmer. Du bist in meinen Armen eingeschlafen. Ganz leise gingst du auf die Regenbogenbrücke, schautest nicht mehr zurück. Nie mehr wirst du auf meinem Bauch liegen und ein Nickerchen halten. Nie mehr kann ich dein weiches Fell fühlen, dich knuddeln und küssen... Die 2/3 meines Bettes, die du immer in Beschlag genommen hast bleiben jetzt auch leer. Du wirst es dir nie mehr auf meinem Kaschmirschal gemütlich machen, wenn ich ihn achtlos irgendwo hinschmeiße. Nie mehr die Terrassentür bewachen, damit Molly und Nele (unsere beiden anderen Katzen) den Weg durch die Katzenklappe nehmen müssen. Nie mehr auf dem Wäschetrockner liegen und mir beim Bügeln zugucken. Nie mehr im Badezimmer sein und dich putzen, während ich unter der Dusche stehe. Nie mehr wirst du auf dem Wohnzimmerschrank sitzen und tun als seiest du ein Teil der Dekoration. Nie mehr... Du fehlst mir so sehr... Es tut so weh... |
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Ich danke dir für mehr als 5
unglaublich schöne Jahre. Keinen Tag möchte ich missen. Ich hoffe...
Nein, ich bin sicher, ich konnte dir etwas zurückgeben von dem Guten
und Wunderbaren, das du mir gegeben hast. Wir waren einfach
füreinander bestimmt. Mit einem, wie es für dich so typisch war,
leise gehauchten "Mau" verabschiede ich mich von dir. Bis später auf
der anderen Seite...
See you, my lovely Cat. |