Melly

Frühjahr 2007
bis 22.07.2008
in Aarau Rohr

 

 

...Das Sichtbare ist vergangen. Es bleibt nur die Liebe und die Erinnerung.
Ruhe in Frieden, Engelchen...

"Eine Katze ist vom Himmel gefallen!"

Melly, am sehr frühen Morgen (Nacht) des 05.04.2008 fandst Du den Weg zu uns. Mitten in der Nacht warst Du uns zugelaufen. Papa kommt immer nachts von der Arbeit nach Hause und setzt sich danach immer noch ein Weilchen auf die Terrasse. Dabei lässt er die Terrassentür fast immer einen Spalt offen - unbewusst. Auch in jener Nacht tat er dies. Er bemerkte eine junge, auch in der Dunkelheit auffallend schöne Katze, die um den Garten schlich. Diese Katze warst Du. Mein Vater saß noch einige Zeit auf der Terrasse und ging dann irgendwann in die Wohnung hinein, um schlafen zu gehen. Er merkte nicht, dass Du Dich in der Zwischenzeit schon längst ebenfalls in die Wohnung begabst. Auch ich wusste noch nichts von Deiner Anwesenheit, weil ich mit Laura, meiner besten Freundin, in meinem Zimmer war, die bei mir übernachtete, und ich außerdem noch nicht so spät ins Bett gehen durfte. Also schliefen alle in unserer Familie. Irgendwann in der Nacht wachte meine Mutter halb auf, weil sie eine Katze auf dem Bett umhergehen hörte. Sie dachte, es wäre unser Kater Speedy gewesen und streichelte "ihn". Doch sie merkte schnell, dass es nicht Speedy sein konnte. Man erkennt sein eigenes Tier nun mal. Sie machte das Licht an und sah Dich! Sie war geschockt! Einfach so lagst Du auf dem Ehebett und wolltest gestreichelt werden. Mama wusste nicht, was sie tun sollte, denn einfach hinausjagen konnte sie Dich nicht. Sie holte ein Katzenklo aus dem Keller in die Wohnung und überlegte sich nervös, was sie nun machen müsste. Dabei suchtest Du ihre Aufmerksamkeit und warst ihr immer hinterhergelaufen. Mama schlief anschließend auf dem Sofa und Du auf der Kopfstütze.

Am Morgen machte Mama meine Schlafzimmertür auf und weckte mich und Laura auf bzw. Du wecktest uns auf. Das war ganz beeindruckend, denn Du gingst auf uns zu, als ob Du uns schon lange gekannt hättest bzw. bei uns wohnen würdest. Plötzlich kam einfach eine wildfremde Katze schnurrend und miauend in den Raum und wollte ausgiebig gestreichelt werden. Wir waren echt "baff"! Es war Samstag und wir (Laura und ich) hatten als Schülerinnen Wochenende. Mama und Papa mussten arbeiten und somit waren ich und Laura für Dich verantwortlich. Wir hatten nicht viel zu tun, denn du wolltest einfach nur schlafen. Du warst sehr müde! Den ganzen Vormittag verbrachtest Du unter meinem Bett. Gegen den Mittag kamst Du zum ersten Mal hervor und wolltest wieder gestreichelt werden.

So verbrachten wir den ersten Tag mit Dir und schossen Bilder von Dir. Am Abend beriet ich mich mit Mama, was wir tun sollten. Wir entschieden, Dich vorläufig nicht nach draußen zu lassen, weil Du ja hättest vermisst werden können! Wir suchten nach Hinweisen, nach Vermisstenanzeigen, Plakaten, usw. Doch nirgends wurdest Du offiziell vermisst. Einfach nirgends. Wir behielten Dich eine Woche in der Wohnung drin und ließen Dich dann raus. Das gefiel Dir schrecklich. Doch ich hatte Angst, Du würdest nicht mehr zurückkehren, weil ich in den Tagen damit begann Dich zu lieben. Nach langer Suche nach dem/n möglichen Vorbesitzer/n, gaben wir auf. Aber Dich gaben wir nicht auf! Von da an gehörtest Du zu uns, Melly...

"Ein Engel hat unser Leben betreten!"

...Das Leben mit Dir, Melly, war wie ein Traum, ein wunderschöner Traum! Du warst so besonders! Du warst wie jede andere Katze in dem Alter auch, aber irgendetwas war an Dir so unglaublich und mysteriös. Viele Menschen sagten dies über Dich. Wir auch. Deine wundervollen Fellfarben und Muster, Deine Augen, Dein Wesen, Deine Geschichte (zugelaufen), Dein junges Alter... Du warst irgendwie einfach anders - zaghaft, sanft, lieb, aber trotzdem auch wild, unabhängig und eine Jägerin! Du liebtest die Natur: Blumen, Wiesen, Bäume... Du jagtest gerne den Schmetterlingen hinterher und hüpftest hoch in die Luft, um sie zu erwischen. Das war so amüsant, dabei zuzusehen. Du klettertest oft auf Bäume und ranntest/hüpftest wie ein Känguru durch die Wiesen. Ich liebte Dich dafür. Zugleich warst Du aber auch die Schmusekatze, die in meinem Zimmer auf dem Bett schnurrte, während ich am Computer Dinge erledigte. Das war so ein beruhigendes Gefühl, süße Melly, Dich bei mir zu haben. Ich liebte Dich einfach so wie Du warst. Wir alle genossen Deine Zeit bei uns sehr und wir profitierten unheimlich davon. Dein Wesen und Deine Geschichte waren, sind und bleiben so prägnant! Keine andere Katze prägte mich so, wie Du das tatst. Dein Charakter war wahnsinnig eigenartig, speziell. Du warst einfach brillant, Engelchen!

Die kurze Zeit mit Dir, die knapp 4 Monate dauerte, war sehr intensiv und von starker Verbundenheit geprägt. In diesen paar Monaten schaffte ich es, Dich so lieben zu lernen, wie ich es selten schaffe, denn es dauert bei mir normalerweise länger, bis ich jemanden/ein Tier richtig lieben kann. Dich mochte ich von Anfang an wahnsinnig gerne! Du strahltest etwas ganz Besonderes aus, was viele andere Leute auch sagten. Viele hätten Dich am liebsten mit nach Hause nehmen wollen! Dieser Frühling und halber Sommer waren die schönste Zeit seit langer Zeit! Dein Leben bei uns zog beinahe so schnell vorbei, wie ein Traum in einer Nacht. Es war alles so bald vorbei, und trotzdem nahmen wir so viel davon mit! Melly, Du warst einzigartig...

 "Ein Leben ist ausgelöscht worden!"

...An Deinen Todestag, den 22. 07.2008, erinnere ich mich noch ganz genau:
Dieser Tag begann mit einem sehr schönen Sommermorgen. Ich hatte Sommerferien. Auch Mama hatte Urlaub. Mein Vater musste, wie immer, arbeiten gehen. Morgens trank er seinen letzten Kaffee auf der Terrasse und rauchte seine letzte Zigarette des Morgens. Mama und ich waren in heller Aufregung, denn Tilly, unser junges Kätzchen, das wir nach Dir, Melly, dazu holten, war die ganze Nacht weg, obwohl sie noch nicht hätte nach draußen gehen dürfen. Wir hatten sie noch nicht lange. Du mochtest sie weniger und warst wahrscheinlich gar nicht traurig, dass sie weg war. Im Gegenteil: Du warst glücklich und genossest diesen schönen Morgen. Du wolltest ständig unsere Aufmerksamkeit haben, aber da wir uns Sorgen um Tilly machten, konnten wir Dir diese Aufmerksamkeit kaum geben. Wir klebten Plakate des süßen, schwarzen Kätzchens auf und hofften auf Anrufe. Viele Kinder aus der Nachbarschaft halfen mit, die Kleine schnell zu finden, aber es wäre wohl besser gewesen, zu warten, denn sie wäre sowieso nicht gekommen. Doch ganz vergaß ich Dich, mein hübscher Engel, natürlich nicht und streichelte Dich. Ich schoss auch die letzten Bilder von dir, ohne jegliche Ahnung, dass es die letzten Fotos sein sollten! Du warst an jenem Morgen und Vormittag sehr nervös; wahrscheinlich durch die ganze Sucherei nach Tilly.

Ich suchte unser Quartier ab und ging die Nebenstraße entlang. Du folgtest mir und wolltest die Aufmerksamkeit von mir bekommen. Doch wieder lehnte ich Dich quasi ab. Das war so dumm von mir, denn es war das allerletzte Mal, dass ich Dich sah!!! Ich sprach ahnungslos das letzte Mal zu Dir: "Nein Melly - Du nicht...", sagte ich zu Dir, um zu verdeutlichen, dass ich momentan Wichtigeres zu tun hätte, als mich mit Dir zu beschäftigen! Hätte ich gewusst, was nicht mehr als 2 Stunden danach mit Dir passierte! Vielleicht waren es nicht einmal 2 Stunden! Nachdem ich Dir die letzten Worte schilderte, verschwandst Du im Gebüsch, und ich sah Dich danach nie wieder!

Gegen Mittag kam meine Großmutter zu Besuch. Wir erzählten ihr vom Verschwinden der kleinen Katze Tilly. Wir waren sonst schon angespannt und dachten immer, dass jetzt gleich jemand anrufen könnte, der etwas über ihren Verbleib zu wissen glaubt. Wir bekamen auch einen Anruf. Das Bauamt hatte uns etwas mitzuteilen. Sie hatten unsere Katze gefunden. Mama glaubte erst, es handle sich um Tilly, aber um sie ging es nicht. Du wurdest tot auf der Hauptstraße gefunden. Du wurdest von einem Fahrzeug erfasst/angefahren oder überrollt. Mama, ich und meine Großmutter waren im Wohnzimmer und es lief uns kalter Schauer den Rücken hinab! Es war nicht zu fassen! Tilly war verschwunden, und Du, unsere geliebte Melly, musstest eben weniger als 200 Meter von unserer Wohnung entfernt mitten auf der Hauptstraße Dein junges Leben lassen! Das war der absolute Höhepunkt der Sorge, Verzweiflung und Trauer! Wir wussten nicht mehr, was wir denken, fühlen, sagen und tun sollten! Als ganz, ganz kleiner Trost tauchte Tilly abends wieder auf, aber das ließ die Trauer um Dich mit Sicherheit nicht verblassen oder gar verschwinden. Denn Tilly ist/war Tilly (sie ist jetzt endgültig verschwunden seit 2009) und Du warst, bist und bleibst Du! Keine Katze wird Dich ersetzen können! Mittlerweile habe ich gelernt mit der Trauer umzugehen und habe schon viele Videos für/über Dich bei YouTube erstellt und Texte geschrieben. Auch ein Lied haben ich und Laura für und über Dich geschrieben. Dies veröffentlichen wir bald mit dem Gesang. Wir haben dieses Lied auch schon öffentlich vorgesungen und alle sind sehr begeistert gewesen! Melly, Du wirst also für immer in mir und uns allen weiterleben...

"Die Erinnerung ist das einzige Paradies, woraus wir nicht vertrieben werden können!"

Melly, dieser Abschied mag die Grenze des Lebens sein, aber nicht die Grenze der Liebe. Du warst eine Sonne auf Erden, deren Schein uns noch sehr lange, ja für immer und ewig, erhalten bleibt. Ich weiß, dass es Dir gut geht und Du glücklich bist, wo auch immer Du sein magst. Ich hoffe, dass es irgendwann ein Wiedersehen geben wird und ich Dich noch einmal sehen kann. Doch bis dahin werde ich Dich in meinem Herzen tragen und mich immer wieder fragen: "WARUM?" Warum musstest Du diese Erde so früh verlassen? Du warst glücklich, hattest endlich ein richtiges Zuhause!  

Du warst jung, schön, speziell, atemberaubend, doch dein Schicksal war es, früh sterben zu müssen. Aber ich bin mir, wie Laura und meine Eltern, sicher, dass Du es gut hast! Du bist auf einem anderen Stern, in einer neuen Welt, wo der Schmerz aus der alten kein bisschen mehr zählt...

...RUHE IN FRIEDEN, MELLY. DU WARST DIE BESTE KATZE AUF ERDEN, UND DU BIST DER BESTE ENGEL IM HIMMEL...

In Liebe,
Deine Julia, Laura, Helen und Dein Christian

 

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