Sternchen

16.05.2000
bis 24.05.2006
in Monheim

 

 

So fing alles an

Jetzt ist es schon etwas mehr als 4 Wochen her, als ich mein geliebtes Sternchen (getigertes Fell) über die Regenbogenbrücke schicken musste. Es tut so unendlich weh. Sternchen habe ich im Juni 2000 mit gerade mal 6 Wochen bekommen. Ein wahnsinnig süßes Tierchen. Ich habe mich direkt verliebt. Zu dieser Zeit hatte ich noch eine ältere Katze aus dem Tierheim, der ich ein paar schöne Jahre bieten wollte. Sie hieß Baba. Leider war sie wohl älter als erwartet. Sternchen wollte unbedingt spielen und toben, aber sie hatte leider die Kraft und Muße nicht mehr dazu. Sie starb dann auch an Altersschwäche. Der kleine Racker "Sternchen" hat ihr gar nicht gut getan. Aber wer kann so etwas im voraus wissen?

So ging es weiter

Jetzt war Sternchen nun mal alleine, was sie überhaupt nicht toll fand. Ihr war total langweilig und sie wurde sogar auch aggressiv. Im Mai 2001 habe ich mir dann Scully (rot-weißes Fell) angeschafft und hoffte inständig, dass die beiden sich verstehen werden. Sternchen war sehr sozial. Sie hat Scully sofort mütterlich umsorgt und nach wenigen Tagen waren sie unzertrennlich bis zum letzten Tag. Der leider sehr früh kam, was ich immer noch nicht verstehen kann und möchte. Die beiden anzusehen wie sie sich putzen, zanken und schmusen hat mir das Herz erwärmt und ich war einfach glücklich in diesem Moment. Wie oft habe ich zu Gott gebetet, das die beiden noch viele viele Jahre zusammen haben und sich gegenseitig glücklich machen können.

Der Anfang vom Abschied

Niemals hätte ich erwartet das der Tod meines geliebten Sternchen so schnell kommt und sich einfach nicht aufhalten lässt. Mitte April telefonierte ich mit meiner Freundin und bemerkte das Sternchen sehr unruhig wurde. Ich kann mich erinnern als wäre es gestern gewesen. Kurz darauf lag sie sich auf den Teppich und wurde sehr kurzatmig. Am nächsten Tag bin ich sofort zum Tierarzt gefahren, der vermutete Asthma. Wäre es das doch nur gewesen, so würde sie jetzt noch bei mir sein und ich könnte sie noch streicheln, schmusen und ihren Geruch wahrnehmen. Die Atemnotattacken verschlimmerten sich. Oft war sie über Tage und Nächte hinweg beim Arzt zur Beobachtung. Scully und ich vermissten sie sehr, doch ich war mir sicher, das der Arzt eine Diagnose stellen wird und Sternchen behandelt werden kann. Doch es kam anders.

Nachdem keine Diagnose feststellbar war bin ich zum Internisten gefahren. Alles haben sie mit ihr gemacht, unter starken Beruhigungsmitteln. Es hat mir das Herz zerrissen. Dann wurde alles nur noch schlimmer. Sie war kaum noch bei uns, da sie immer öfter keine Luft mehr bekommen hat und in der Klinik war. Der Arzt machte mir auch keine Hoffnung mehr. Ich hatte Angst zur Arbeit zu gehen, ich hatte Angst nach Hause zu kommen und sie tot vorzufinden. Ich lebte in ständiger Angst und war gar nicht mehr ich selber. Jede Nacht stellte ich mir 3-4 mal den Wecker um zu sehen ob sie noch lebte. Eines Morgens lag sie wieder ganz apathisch auf dem Boden. Es war Mittwoch der 24. Mai 2006. Dieser Anblick hat mir so weh getan, das ich mich dazu entschieden habe sie zu erlösen. Es war so schrecklich schwer und gleichzeitig so schön, da ich wusste das sie in dem Moment des Todes keine Schmerzen und keine Angst mehr hat. Ich habe die ganze Zeit ihr Köpfchen gehalten auch nachdem sich der Bauch nicht mehr auf- und ab bewegte. Ich wollte sie nicht gehen lassen. Sie sah doch so aus als würde sie nur schlafen.

Das schlimme ist, das keiner weiß warum sie so früh gehen musste. Sie war organisch absolut gesund, laut der ganzen Untersuchungen. War sie so ein gutes Tierchen, das der liebe Gott sie im Himmel brauchte und uns nehmen musste? Eine andere Erklärung habe ich dafür nicht. Ich weiß nicht wie ich es geschafft habe, aber danach ging ich arbeiten und in mir regte sich gar nichts mehr. Ich war vollkommen gefühlstot. Es ist ein Teil von mir mit meinem Sternchen gegangen. Abends haben wir sie dann in meinem Garten begraben. Ich bin dankbar, dass ich die Möglichkeit habe, mir solch eine Gedenkstätte machen zu können. Jeden Tag gehe ich sie besuchen mit Scully. Jede Nacht lasse ich eine Kerze für sie brennen. Es tut so verdammt weh und manches mal meine ich, ihr kleines zartes Stimmchen zu hören. Oft träume ich von ihr. Scully vermisst sie auch. Viele Menschen sagen, das ein Tier nicht lange trauert. Aber sie läuft nur hier in der Wohnung herum und schreit. Jetzt bin ich auf der Suche nach einer Zweitkatze. Doch es ist so unendlich schwer. Denn ich möchte nur mein Sternchen zurück, denn kein anderes Tier wird diesen Platz in meinem Herzen auf diese Weise ausfüllen können. Es tut gut zu weinen, wenn der Schmerz zu groß wird. Meine Scully liebe ich auch von ganzem Herzen. Sie ist hier in meinem Geschriebenen etwas zu kurz gekommen. Aber auch sie ist ein Geschenk des Himmels für mich. Ich hoffe, dass ich für sie eine Katze finde mit, der sie sich wieder gut verstehen wird.

Das zu schreiben hat mir sehr gut getan. Es wird mir den Schmerz nicht nehmen können, aber für kurze Zeit bin ich ein wenig erleichtert. Ich wünsche allen, die jetzt trauern wegen dem Verlust ihres geliebten Tieres, alles nur erdenklich Gute und das man folgendes niemals vergessen darf:

Es tut weh, ein geliebtes Tier zu verlieren. Aber wir können froh sein, dass genau wir uns begegnet sind und einige Jahre der Glückseligkeit durchlebten durften. Es gibt viele Menschen und Tiere, die nicht in den Genuss kommen, das Gefühl der Liebe kennen zu lernen. Alles Gute für Euch und Eure "Liebenden".

Mein Sternchen wird immer ein Stern am Himmel sein. Das fühle ich. Und zwar der, der am hellsten und strahlendsten ist.

Mein Sternchen ich liebe Dich!

 

.:Home:.

.:zur Übersicht:.