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01.01.1995 |
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Meine liebe Timmy, Du bist weit, weit weg und jetzt sitze ich hier vor einem gähnend leeren Blatt Papier und überlege, was ich schreiben kann… es ist so viel um uns passiert, das einzuordnen irritiert, am besten fang ich mal ganz einfach an: ICH
DENK AN DICH, ICH VERMISSE DICH, ICH DENK AN DICH, Immer wieder denke ich an Dich, mein Schatz! An das, was wir alles miteinander in den ganzen Jahren erlebt haben. Wie viel Spaß und Freude wir miteinander hatten, aber auch, was wir alles gemeinsam durchgestanden haben, wie wir zwei uns völlig wortlos verstanden haben, dass wir beide immer füreinander da waren, egal was an stand. Wir waren einfach ein Superteam, du fehlst an allen Ecken und Kanten. Zur Zeit gehen mir v.a. aber immer wieder die Bilder unserer letzten gemeinsamen Monate durch den Kopf. Ich kann diese einfach nicht stoppen. |
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Immer wieder läuft dieser Film in mir
ab: als wir beide zu Stammkunden bei unserer Haustierärztin wurden, da Du Dich immer wieder erbrachst. Zunächst vermutete man ja einen Magen-Darm-Infekt und die verordneten Medikamente schienen anfangs auch zu helfen, so dass meine Sorgen und Ängste um Dich wieder kleiner wurden. Nach einiger Zeit schickte uns die Ärztin dann allerdings in die Tierklinik, da sie etwas Ungewöhnliches an Deinem Bauch ertastet hatte. Sie hatte wohl schon einen nicht so schönen Verdacht, wollte diesen mittels Ultraschallunter-suchung abklären lassen. |
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| Auf und los also in die Tierklinik... voller Angst, traurig aber trotzdem mit der großen Hoffnung, dass der Verdacht doch bitte nicht bestätigt würde. Diesen Tag jedoch werde ich mein Leben lang nicht vergessen: nach erfolgter Untersuchung erhielten wir vom Tierarzt die schreckliche Diagnose „Lymphom“ und die noch schlimmere Mitteilung, man könne Dir, liebe Timmy leider nicht mehr helfen, da der Krebs schon viel zu weit gestreut sei. Anbei erhielt ich den Rat, Dich am besten direkt einschläfern zu lassen. Mir zog es in diesem Moment den Boden unter den Füßen weg. Ich bin sonst ein sehr kontrollierter, ruhiger und leiser Mensch, wie Du weißt, aber ich verlor wohl zu diesem Zeitpunkt meinen Verstand. Ich stand völlig neben mir, wurde laut, habe weinend gebettelt und gefleht („NEIN, nein, bitte helfen Sie meiner Timmy, egal wie und egal, was es koste, aber TUN SIE WAS!) Zum Glück hast Du das alles nicht mitbekommen, da Du noch in Narkose lagst. Ich konnte und wollte wohl auch einfach nicht verstehen, dass Dir einfach und wirklich nicht mehr geholfen werden konnte. |
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Der Tierarzt meinte darauf hin, dass man Dich (weil Du ja sonst in einem guten Allgemein- und Ernährungszustand warst) mit Cortisonspritzen und -tabletten versorgen könne und Du so noch eine Weile bei mir bleiben könntest. Das beruhigte mich zunächst, aber die Prognose lautete: nur noch circa 2-3 Monate. So erhieltst Du die Spritze und wir verließen die Klinik – ich war wie erstarrt, konnte nicht mehr klar denken - heute weiß ich nicht mehr, wie ich mit dem Auto, heulend, Dich neben mir auf dem Beifahrersitz in Deiner Box, die längere Autobahnfahrt hinbekommen habe. |
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Danach haben wir noch fast 4 Monate das
Leben sehr intensiv gemeinsam genießen können – diese Zeit brauchten
wir beide, denke ich, um uns so ganz langsam voneinander zu
verabschieden. Wir schmusten und spielten jede freie Minute
zusammen, du bekamst alles, was Du immer so gerne mochtest
(Thunfisch, Schrimps, Schmierkäse etc.). Du blühtest förmlich auf,
so dass ich schon dachte und fest daran glaubte, die Ärzte haben
sich wohl geirrt. Aber das hatten sie leider nicht! Als sich Dein
Zustand dann von jetzt auf gleich ganz massiv verschlechterte, Du
plötzlich Blut erbrachst, konnte ich leider nicht anders, als lieben
Gott spielen, was ich so tunlichst vermeiden wollte. Ich hätte mir
so sehr gewünscht, dass Du Zuhause, in Deinen vertrauten vier
Wänden, in meinen Armen über die Regenbogenbrücke gehst.
Mein liebster Schatz, |
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| Sicher hast Du schon „von oben“ gesehen, dass ich eine neue, andere kleine liebe Mitbewohnerin bei mir habe einziehen lassen – sie heißt Franziska. Und ich habe sie wie Dich ganz, ganz doll lieb. Sie ist mein ein und alles, genauso wie Du mein ein und alles warst und auch für immer bleiben wirst. Franziska und ich denken ganz oft an Dich, und wenn ich hier traurig sitze, an Dich denke und auch schon mal weine, dann kommt Franzi, fordert mich zum Spielen auf oder legt sich auf meinen Schoß, um mich zu trösten. Sie ist ein Schatz genau wie Du, Timmy!!!! |
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Sei mir bitte nicht böse, Timmy, aber
ich habe die Leere und Stille hier in unserer Wohnung nicht ertragen
können. Ich habe mich so furchtbar einsam und allein gefühlt. Und
soll ich Dir was sagen? Franziska ist sehr glücklich und dankbar
dafür, dass sie Dein Erbe antreten durfte. Timmy, Du siehst das doch
bestimmt genauso, oder?!?!? Wie ich Dich kenne, freust Du Dich doch
ganz sicher darüber, dass ein anderes Kätzchen nun ein schönes
Zuhause hat. Und Du kannst sicher sein, einen „Ersatz“ für Dich gibt
es einfach nicht! Franzi ist ein neues, anderes, ganz liebes
Familienmitglied, welches mein Leben auf sehr wertvolle Weise
bereichert, wie Du es auch getan hast. Vergessen werde ich Dich
NIIIEEEMALS! Timmy, ich danke Dir für die wunderschönen Jahre, die ich mit Dir verbringen durfte. Wir werden uns irgendwann wiedersehen, da bin ich ganz sicher. Gaaaaaanz liebe Grüße von Deiner Barbara und Deiner Franziska |
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TIMMY |