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Der Anfang
Katzen sind für mich mit die faszinierendsten Tiere. Trotz ihrer Anhänglichkeit
bewahren sie immer ihre Unabhängigkeit. Eine Katze lässt sich nichts
vorschreiben, sie hat immer ihren eigenen Kopf. Als ich Anfang September
1997 mit meinem damaligen Freund zusammenzog war für mich klar: Ich möchte
auf jeden Fall wieder eine Katze haben. Eines abends kam ich nach Hause
und mein Freund zeigte mir eine Zeitung, in der kleine Kätzchen
inseriert waren. Er meinte, wenn ich eine haben möchte, dann fahren wir
jetzt hin und die sei dann mein Geburtstagsgeschenk. Ich war sofort
Feuer und Flamme. Gesagt, getan. Wir riefen gleich bei der Dame an und
konnten auch sofort vorbei kommen. Eine halbe Stunde später standen wir
bei der Frau im Wohnzimmer und wurden von kleinen Katzen umwuselt. Sechs
schwarze Kater und eine kleine schwarz-weiße Katze. Ein Kater war
besonders frech und guckte mich so lieb an, dass die Entscheidung schon
gefallen war. Aber eine Katze allein, wenn man ganztags arbeiten muss,
ist auch nicht gut und so fand ich schnell Argumente, noch die kleine
schwarz-weiße Katze dazuzunehmen.
Zu Hause angekommen kamen die beiden Zwerge vorsichtig aus der Box
getapst. Wir tauften dann die Katze auf Gina und den Kater auf Tommy.
Gina verschwand schnurstracks und suchte sich ein sicheres Versteck.
Tommy dagegen inspizierte erst einmal neugierig die ganze Wohnung. Es
war wirklich zu süß, wie dieser kleine schwarze Kater mit großen
Augen sein neues Revier erkundete. Zwei Wochen später hatten sich die
beiden auch schon gut eingelebt und Tommy sprühte förmlich vor
dusseligen Ideen. Wir hatten ein Hängeregal im Bad, auf dem die Handtücher
gestapelt waren. Wenn er artig war, dann schlief er zusammen mit seiner
Schwester nur auf den Handtüchern, aber er fand es genauso gut, sämtliche
Handtücher einfach runterzuschieben und sobald sie wieder zusammen- und
hingelegt wurden, die gleiche Aktion zu wiederholen. Auch Handtuchziehen
war ein beliebter Sport von ihm. Er lag dann dort oben und wenn man an
einem Handtuch zog, dann zerrte er an der anderen Seite. Darin hatte er
eine enorme Ausdauer und trotz dem er noch so klein war, hatte er schon
richtig viel Kraft.
Unser erstes gemeinsames Weihnachten war für die beiden ein echtes
Erlebnis. So ein großer echter Baum und so viele Kugeln zum Spielen
dran! Als ich Tommy eines abends suchte und ihn nirgendwo finden konnte,
sah ich irgendwann seine Augen mitten aus dem Baum leuchten. Der arme
Weihnachtsbaum stürzte dank Tommy glatt dreimal zu Boden und diverse
Kugeln gingen zu Bruch.
Trotz allem Blödsinn, den vor allem Tommy veranstaltete, war die
Kinderzeit der beiden wunderschön und es gab so viele Situationen, über
die man einfach nur schmunzeln konnte. Ich kann mich noch gut daran
erinnern, wie ich eine Schnitzelpfanne machen wollte und die Schnitzel
hinter mich in eine Auflaufform legte. Als ich mich wieder umdrehte,
fehlte eins und ich sah den kleinen Tommy gerade noch das riesige
Schnitzel aus der Küche ziehen. Das sah so komisch aus, dass ich ihm
einfach nicht böse sein konnte. Ich konnte ihm eigentlich nie richtig böse sein.
Tommy und Gina mochten meinen damaligen Freund nicht, was sicher
nicht unbegründet war. Irgendwann fing dann Tommy an, immer auf die
Bettdecke zu pinkeln. Was natürlich in der kalten Jahreszeit und bei
dicken Daunendecken noch ärgerlicher war, da man sie nicht in die
Waschmaschine bekommt. Ich machte mir Sorgen und bin mit Tommy zum
Tierarzt. Der konnte allerdings nichts feststellen, vermutete
„Protestpinkeln“ und so fuhren wir wieder nach Hause. Aber Tommy hörte
damit nicht auf und auch Gina fing an, den Flur anstatt das Katzenklo zu
benutzen. Ich war wirklich ratlos.
Im Juni 1998 kam es dann zur Trennung und ich zog mit den beiden zurück
nach Haus, da eine eigene Wohnung finanziell für mich nicht möglich
war. Sie haben sich wahnsinnig schnell an die neue Umgebung gewöhnt, fühlten
sich richtig wohl und benutzten von Anfang an wieder das Klo. Die beiden
waren wirklich glücklich über diesen Umzug.
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